Künstlerin über NSU-Aufarbeitung

In der Hamburger Ausstellung „Rechtsradikale Realitäten“ zeigt Katharina Kohl Porträts von Menschen, die an den NSU-Ermittlungen beteiligt waren.

Die Ausstellung „Kein Einzelfall. Rechtsradikale Realitäten in Deutschland“ ist ab dem 3.6. auf Kampnagel Hamburg bis zum 27.6. zu sehen. Besuch nur mit Anmeldung unter tickets@kampnagel.de. Die Zeitslots an allen Tagen sind 16:00 / 17:00 / 18:00 / 19:00 Uhr. Der Besuch ist kostenlos.

(…… ) „Und es sind Männer mit schlechtem Gedächtnis.

Ja, viele beriefen sich gerade dann, wenn es interessant wurde, auf Gedächtnislücken. Das war sehr enttäuschend. Um meine Machtlosigkeit zu überwinden, habe ich die Praxis des Aktenschwärzens umgedreht und 40 Protokoll­auszüge geschwärzt bis auf Sätze wie „Es ist mir nicht erinnerlich“ oder „Dass es mir nicht erinnerlich ist, deutet in die Richtung, dass es nicht stattgefunden hat“. Eins dieser von mir geschwärzten Protokolle läuft jetzt auf Kampnagel über einen Monitor. Er steht in einer begehbaren schwarzen Box, während einzelne Zitate über eine Tonspur vorgelesen werden. Oberhalb sieht man per Video Aktenordner wie an einem Kettenkarussell vorbeiziehen. Endlos wie die seit Beginn der – immer noch unvollständigen – Ermittlungen verflossene Zeit. In Hamburg zum Beispiel hat es bis heute keinen NSU-Untersuchungsausschuss gegeben.“

https://taz.de/Kuenstlerin-ueber-NSU-Aufarbeitung/!5775964/

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