Presse und Links

Presse

„Was vom NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages bleibt, zeigt Katharina Kohl in „Erinnerungslücken/Innere Sicherheit“: Sie ist den Aktenberg durchgegangen und hat alles geschwärzt bis auf die Stellen, an denen sich Befragte nicht erinnern können – was auf jeder der über einen Monitor laufenden Seiten mindestens einmal der Fall ist.“

Bernd Haasis, Stuttgarter Nachrichten, 16.1.2020 (Stuttgarter Filmwinter 2020)

„Diese Porträts werden flankiert von einer Serie kopierter Dokumente, auf denen man zunächst wenig zu sehen scheint. Ein schmaler Vermerk an der oberen Seite der Blätter klärt auf, dass es sich um Protokollseiten aus einem NSU-Untersuchungsausschuss handelt.
Diese Blätter sind fast vollständig geschwärzt, einer Anklageschrift gleich, bei der das Wichtigste dem Auge des Betrachters verborgen bleiben muss. Lediglich an einzelnen Stellen sind in die allumfassende Schwärzung Lücken gerissen. Dort erfährt man, was im Ausschuss gesagt wurde. Zum Beispiel „Nein, soweit ich weiß, wussten wir nichts.“ Oder auch: „Nach meiner Erinnerung kann ich mich wohl nicht mehr konkret erinnern.“ So elegant, so subtil und doch scharf kann man als Künstlerin Klage erheben. Hier treffen 40 Porträts auf 40 Gedächtnislücken. Personifizierte Gedächtnislücken sozusagen.“

Olaf Przybilla, Süddeutsche Zeitung, 28.9. 2019 (Ausstellung Das Labyrinth, Kunsthaus Nürnberg, 2019)

 

Susann Löhr

„Für ihre Recherche nutzt Kohl eine spannende, ungewöhnliche Methode: Sie malt die Gesichter in Aquarelltechnik, das heißt: schnell und unkorrigierbar, einen Eindruck bannend, einen intuitiven Moment. Katharina Kohls Aquarelle offenbaren zwar nicht die faktische Wahrheit über das Scheitern der NSU-Ermittlungen. Aber sie zeigen – teils für sie selbst erstaunlich – eine innere Wahrheit jener Individuen, die den Ermittlungsapparat ausmachten.“

Petra Schellen, TAZ, 2.3. 2018 (Ausstellung Personalbefragung, galerie postel, Hamburg, 2018)

Fabienne Hurst, Hans Jakob Rausch

Christine Thiery

„Gerhard Richter schrieb in den achtziger Jahren, Kunst habe immer „mit Not, Verzweiflung und Ohnmacht zu tun“. Richter malte Täter: RAF-Terroristen, den toten Andreas Baader, die junge Ulrike Meinhof. Auch Kohl spricht von einer Ohnmacht, aus der sie herauskommen wolle. Malen, um zu verstehen, um Souveränität zu erlangen und an den Betrachter weiterzugeben: Er bekommt eine Ahnung davon, wen er vor sich hat.“

Birger Menke, Spiegel-Online, 28.12.2013

Petra Schellen

Ein paar Links zum Hintergrund

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

 

NSU-WATCH

Initiative: Keupstraße ist überall

Initiative 6. April Kassel

NSU-TATORT HAMBURG

Nebenklage im Prozess:

Hoffmann / Elberling:

http://www.nsu-nebenklage.de/

Scharmer / Stolle

http://www.dka-kanzlei.de/news_nsu.html

 

Protokolle der Untersuchungsausschüsse

NSU-Watch: Protokolle Bundestag-Untersuchungsausschuss

Die Anstifter: Untersuchungsausschuss „Rechtsterrorismus/NSU BW“ Baden-Württemberg

Haskala: Untersuchungsausschuss 6/1, Rechtsterrorismus und Behördenhandeln, Thüringen